Tagung 2026 „Wohnraum entwickeln – Perspektiven und Lösungen für die Praxis“
Das Netzwerk Stadtentwicklung NRW lädt zur dritten Jahrestagung am 24. und 25. Juni in den Alten Schlachthof Soest ein.
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Freuen Sie sich auf praxisnahe und wissenschaftliche Vorträge, Exkursionen und Panels mit Raum für Austausch. Teilen Sie die Einladung auch gern mit Kolleg:innen.
Im Fokus steht die zentrale Frage, wie innovative Lösungen und Ansätze für die Wohnraumentwicklung aussehen können. Inhaltlich knüpft die Tagung an die Auftaktveranstaltung in Hamm an, an der viele von Ihnen teilgenommen haben.
Diskutiert werden also wirtschaftliche und soziale Aspekte des bezahlbaren Wohnens, die Nutzung bestehender Ressourcen sowie Innovationen im Neubau.
Wir freuen uns auf zwei inspirierende Tage mit Ihnen – melden Sie sich jetzt an! Es sind max. 200 Plätze verfügbar.
Hinweis: Die Anerkennung der Veranstaltung als Fortbildung bei der AKNW ist beantragt. Tragen Sie Ihre AKNW-Mitgliedsnummer gerne schon ins Anmeldeformular ein.
Mittwoch, 24. &
Donnerstag, 25. Juni 2026
Kulturhaus Alter Schlachthof
Ulrichertor 4, 59494 Soest
Details zum Programm
Ablauf Tag 1 (Exkursionen + Abendprogramm)
Exkursionen: ca. 13:00 - 16:30
Abendprogramm: ca. 17:30 - 21:30
Der 1. Tag beginnt aktiv: Wir erkunden in mehreren parallelen Exkursionen die Stadt Soest sowie umliegende Orte. Dabei geht es um das Wohnen in (historischen) Innenstadt-Strukturen genauso wie um Sanierungs- und Revitalisierungsmaßnahmen.
Im Abendprogramm erwartet Sie eine Keynote von Prof. Dr. Torsten Bölting, der sich insbesondere mit Wohn- und Raumsoziologie auseinandersetzt. Dieser geht über in eine Podiumsdiskussion mit verschiedenen Referent:innen, die in der ein oder anderen Form mit dem Thema „Bezahlbares Wohnen“ beschäftigt sind.
Ein weiteres Highlight ist die folgende Verleihung des Bauland-Preises an drei Studierende, gefolgt vom gemeinsamen Abendessen, bei dem Sie in angenehmer Atmosphäre miteinander in den Austausch kommen und den Abend gemeinsam ausklingen lassen können.
Ablauf Tag 2 (Vortragsprogramm + Panels)
Tagesprogramm: ca. 9:00 -16:15 Uhr
Der 2. Tag steht ganz im Zeichen von Austausch und Wissenstransfer. Nach einem moderierten Gespräch zwischen Prof. Dr. Guido Spars von der Uni Wuppertal sowie einem Immobilieninvestor zu den wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen des Wohnens folgt ein Impulsvortrag von Ministerin Ina Scharrenbach.
Vor der Mittagspause können Sie an einem von drei Panels zu Einzelaspekten des Wohnens teilnehmen, die die Arbeitsgemeinschaften in Kooperation miteinander geplant haben.
Am Nachmittag geht es dann vorrangig um das Thema Bauen – sowohl im Bestand als auch „von Grund auf neu“.
Zum Bestandsumbau können Sie sich auf einen Vortrag von Prof. Christa Reicher von der Uni Aachen freuen sowie Projekt- und Praxisbeispiele zu Konversion und Transformation der gebauten Umwelt.
Zum Abschluss geht es um den Neubau – ein in der Öffentlichkeit viel diskutiertes Thema. Hier erwartet Sie ein Einblick in neue und innovative bauliche Technologien, die das Bauen in Zukunft effizienter machen können.
Details zu den Exkursionen
Exkursion 1: "Flächenrevitalisierung und -neuentwicklung in Soest"ㅤ (AG Baulandmanagement)
Im Rahmen der Bus-Exkursion besuchen wir verschiedene Stadtentwicklungsprojekte in Soest:
Mit dem Erwerb durch die Stadt begann 2016 die Transformation des ehemaligen Areals der Adam-Kaserne zum modernen Belgischen Viertel. Nach dem Abriss alter Bausubstanz und dem Ausbau der Infrastruktur leben dort heute über 1.000 Menschen in Neu- und Altbauten. Mit Abschluss der Revitalisierung Ende 2024 bietet das voll integrierte Quartier durch neue Grünflächen und Plätze attraktiven Wohnraum für zahlreiche Familien.
Ein weiteres großes Konversionsprojekt stellt die Entwicklung der stark belasteten industriellen Strabag-Fläche zu einem modernen Wohnquartier für rund 600 Menschen dar. Nach einer notwendigen Bodensanierung entstehen in Bahnhofsnähe drei Quartiere mit Geschosswohnungen, Reihenhäusern und Grünflächen. Aktuell bereitet die Stadt die Sanierung, Erschließung und Vermarktung des zentrumsnahen Areals vor.
Weitere Stationen auf unserer Tour werden das neue Wohngebiet Rennekamp sowie das aktuell größte Wohnungsbauprojekt der Stadt, der Neue Soester Norden, sein.
Exkursion 2: "Stadtspaziergang durch Soest – Projekte aus Stadtentwicklung und Denkmalpflege" (AG HSO)
Der Stadtspaziergang führt uns zu verschiedenen Stadtentwicklungsprojekten in der historischen Altstadt von Soest sowie angrenzende Bereiche. Oberthemen sind Freiraumgestaltung, Gestaltung von Straßen und Plätzen sowie Hochbauprojekte. Als Stationen sind vorgesehen (Änderungen vorbehalten):
Thema Freiraumgestaltung:
Wallentwicklungskonzept (Historische Wallanlage, Stärkung Radwegeverbindung)
Theodor-Heuss-Park (Barrierefreiheit, Spielplatz, Wasser als Element)
Thema Straßen + Plätze:
Umbau Marktplatz
Neugestaltung Rathausstraße als Teil der Fußgängerzone
Potsdamer Platz (Busverkehr in der hist. Altstadt)
Steingraben mit Wiederverwertung von historischem Pflaster
Thema Hochbau:
Sanierung Museum Wilhelm Morgner (60er-Jahre, Denkmalschutz, Städtebauförderung, Kooperation mit privatem Sammler)
Denkmalgerechte Büchereierweiterung (60er Jahre + Lesegarten als 3. Ort)
Exkursion 3: "Wohnraumkonzepte für die Innenstadt" (AG Innenstadt)
Welchen Stellenwert hat das Thema Wohnen in der Innenstadt? Wie werden in den Kommunen die besonderen räumlichen Voraussetzungen von Innenstädten berücksichtigt, auch im Hinblick auf verschiedene Zielgruppen. Welche Wohnraumkonzepte sind erfolgreich? Und wie werden diese in einer zukünftige multifunktionale Innenstadtentwicklung integriert. Diesen Fragen gehen wir im Rahmen der Bus-Exkursion in mehreren Innenstädten bzw. Ortszentren nach. Die Tour führt uns unter anderem nach Bad Sassendorf, wo z.B. das Thema generationengerechtes Wohnen und die Gestaltung des innerstädtischen Wohnumfelds berücksichtigt wird.
Weitere Informationen zur Exkursion ergänzen wir zeitnah.
Exkursion 4: "Sozial gerechte Quartierssanierung" (AG Soziale Stadt)
- Stadtteilspaziergang durch Soest Süd (benachteiligtes Quartier), geführt durch Dennis Bröcking (Abteilungsleiter Soziales Soest)
- Führung und Information Stadtteilhaus Soester Süden mit Sina Jakob (Stadtteilhausmanagerin)
Exkursion 5: "Energetische Sanierung im Bestand" (AG Stadtumbau)
- Impulsvortrag am Tagungsort: Städtische Strategie, Vorgehensweise und Praxis, Sanierungsmanagement (Veranstaltungen und Beratungen), Erfahrungsbilanz: Erfolge und Herausforderungen
- Führung und Information im ausgewählten Sanierungsbereich
Referent:innen:
Barbara Eickhoff und Ulrich Schulte-Weber, Sanierungsmanagement in der Geschäftsstelle Klimaschutz der Stadt Soest
Details zu den Panels
Panel 1: "Wohnen in der Innenstadt: Am Limit – oder voller Chancen?" (AG Innenstadt & AG Soziale Stadt)
Innenstädte zwischen Strukturwandel, Flächendruck und der Frage nach bezahlbarem Wohnraum - Innenstädte stehen unter einem hohen Veränderungsdruck. Lange Zeit als Wohnstandorte vernachlässigt, erfordert die Transformation der Zentren, aber auch der Druck auf dem Wohnungsmarkt nach bezahlbarem Wohnraum, eine neue Standortbestimmung für das Wohnen in der Innenstadt. Dabei haben Städte sehr unterschiedliche Ausgangsvoraussetzungen, die von hohen Flächenkonkurrenzen bis hin zu Leerständen reichen. Auch bei unterschiedlichen Marktvoraussetzungen entstehen vergleichbare Fragen, etwas wie die Innenstadt als Wohnstandort gestärkt werden kann und welche Anforderungen an neue Wohnangebote in der Innenstadt entstehen.
Das Panel diskutiert Perspektiven für bezahlbares Wohnen, soziale und funktionale Mischung und eine zukunftsfähige Entwicklung der Innenstädte.
Panel 2: "Wohnpotenziale durch Nachnutzung heben – Schulgebäude als Wohngebäude" (AG Stadtumbau)
In der Stadt Werl ist am östlichen Rand der Innenstadt die Umnutzung / Umbau des ehemaligen Schulgebäudes der Paul-Gerhardt-Schule zu einem Wohnhaus plus der Bau neuer Wohngebäude auf dem ehemaligen Schulgrundstück geplant. Ein städtebauliches Konzept ist erstellt, ein privater Investor steht für die Realisierung parat. In Dortmund wurde ein ehemaliges Schulgebäude ist der westlichen Innenstadt zu einem Wohnhaus mit 18 unterschiedlichen Wohnungen umgebaut. Die Wohnungen sind in Nutzung.
Beide Beispiele sollen im Hinblick auf die Herausforderungen, Hemmnisse, Chancen etc. einer Nachnutzung, die Bedingungen einer Investorensuche, Unterschiede in der Planung je nach Realisierung in großer oder kleiner Stadt sowie Fördermöglichkeiten diskutiert werden.
Panel 3: "Wohnqualitäten in dichten historischen Strukturen" (AG Baulandmanagement & AG HSO)
Das Panel wird sich unter anderem mit folgenden Fragestellungen befassen:
- Wie lassen sich historisch gewachsene Stadt- und Ortskerne als zukunftsfähige Wohnstandorte erhalten oder zu diesen entwickeln?
- Wie kann es gelingen, bei knapper Fläche Raumansprüche, die über die Wohnung selbst hinausgehen (etwa Raum für Mobilität und Grün) zu integrieren?
- Wie können Maßnahmen der Nachverdichtung in historischen Strukturen verträglich ausgestaltet werden? Inwieweit sind sie überhaupt sinnvoll?